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Die Weinlese


Zwischen Ende August und Anfang September kommt Leben in die Häuser der Weinbauern auf den Hügeln von Conegliano und Valdobbiadene: die zur Weinlese und zur Weinbereitung erforderlichen Geräte werden vorbereitet; die Trauben der in Reihen gepflanzten Weinstöcke werden begutachtet, nach ihrer Größe, ob sie kompakt sind, ob sie kegelförmig sind, ob sie dicht und geschultert sind. Die Beere muss mittelgroß und oval sein, mit hellgrüner punktierter Schale, die bei vollendeter Reifung zitronengelb wird. Die Wettervorhersagen werden verfolgt und letzte Streifzüge durch die Weinberge unternommen. Am vereinbarten Tag geht es dann los.

Die Weinlese ist ein antiker, fast schon religiöser Ritus. Die Bauern und Helfer begeben sich zu den in Reihen angeordneten Rebstöcken an den unwegsamen Abhängen, die nicht einmal ein Traktor mit Allradantrieb befahren kann. Das Stimmengewirr wird nur von den volkstümlichen Gesängen unterbrochen, die stimmungsvoll bis in die Täler klingen, da die Mühen und Anstrengungen eines ganzen Jahres nun endlich belohnt werden. Es geht die Terrassen auf und ab, immer darauf bedacht, keine einzige Traube oder Beere zu verlieren, die vorsichtig und ohne sie zu zerdrücken in Kisten abgelegt und gesammelt werden, damit sie nichts von ihren besonderen Duftstoffen und Aromen verlieren.